Diogenes (um 412/403-324/321 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph der besonderen Art. Ein glückliches Leben bedeutete für ihn Unabhängigkeit und Freiheit, indem man auf Reichtum und jegliche Annehmlichkeit verzichtet und sich aus allen gesellschaftlichen und religiösen Zwängen ausklinkt. Er selbst lebte es so vor, schlief in einem Vorratsgefäß und trieb sich verwahrlost auf dem Marktplatz von Korinth herum, wo er seine Mitmenschen laut kritisierte und teils aggressiv und beleidigend provozierte. Am hellichten Tag soll er dort mit einer Lampe auf der Suche nach einem wahren Menschen herumgelaufen sein!
Gleichwohl weckte er sogar bei der höchsten Prominenz Interesse. Selbst Alexander d. Gr. suchte ihn auf und fragte, was er sich von ihm wünsche. Diogenes aber, von den gesellschaftlichen Konventionen der Höflichkeit und des Respekts offensichtlich völlig befreit, antwortete ihm nur: „Geh mir ein wenig aus der Sonne!“

Seine Erscheinung und Lebensweise quittierte man ihm mit dem Spottnamen „kyon“ (griechisch für „Hund“), weshalb seine Anhänger Kyniker hießen. Aus diesem Wort sind die heutigen „Zyniker“ geworden.

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