Nomen est omen I – den Film vorhören

Eine Vielzahl heutiger Namen geht auf die römische Zeit zurück – Ihrer vielleicht ja auch! Selbst wenn Sie nicht Julius oder Cäsar heißen, stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Dabei standen den Römern selbst anfangs gar nicht so viele Namen zur Verfügung – rief einer „Marcus Cornelius!“ drehten sich unter Umständen gleich zehn Leute auf der Straße herum. Namen waren auch bedeutungsvoll und konnten den Status der Person verraten.
Hören Sie doch einmal herein  – hier die leicht gekürzte Audiofassung zum ersten Teil der Filmreihe „Nomen est omen“!

von Brigitte Gräf, www.lust-auf-rom.de
Sprecher: Thomas Weigel
Musik: „Music Box Theme“, „The Rule“: Kevin MacLeod (incompetech.com); licensed under Creative Commons by Attribution 3.0 License, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Große Epen: Die Erfindung der Pizza

Eine böse Prophezeiung schließt ein Happy End nicht zwangsläufig aus. Nicht nur aus dem Märchen „Dornröschen“ können wir das lernen, sondern auch aus dem hehren Epos „Aeneis“ des römischen Dichters Vergil. Und so soll es sich begeben haben:
Als der Trojanische Krieg wütete, floh der Held Aeneas mit vielen weiteren Trojanern aus der brennenden Stadt und schlug sich übers Mittelmeer bis nach Italien durch, wo sein Sohn Iulus dereinst die Mutterstadt Roms gründen würde. Unterwegs gab’s natürlich allerlei Abenteuer durchzustehen, u. a. auf den Inseln der Strophaden, wo die grausigen Harpyien hausten. Diese Mischwesen aus Vogel und Frau machten sich über das Essen her und ließen zu allem Übel außerdem so einiges fallen, was man noch heute ungern auf seinem unbedacht unter einem Baum geparkten BMW entdecken möchte. Zu allem Unglück prophezeite eine von ihnen namens Kelaeno Aeneas, er werde nicht eher eine Stadt in Italien errichten, bis er vor Hunger Tische verschlungen haben würde.
Endlich in Italien angekommen, wurde der Hunger für die Weitgereisten tatsächlich zum Problem. So kratzten sie ihre Vorräte zusammen und häuften die kärgliche Mahlzeit auf dünne, harte Weizenfladen. Sie wissen ja: Wer wirklich Hunger hat, der isst die Waffelplatte unter dem Crêpe auf dem Weihnachtsmarkt mit. Und ungefähr so war’s dann auch im Epos. Als Iulus aber beim Knuspern am Bioteller rief: „Ha, wir essen sogar schon die Tische!“ fällt bei Aeneas der Groschen. Kindermund tut Wahrheit kund. Mit dieser, heute auch liebevoll als Erfindung der Pizza bezeichneten Mahlzeit war das sogenannte Tischprodigium der Harpyie schließlich vom Tisch.

Caesar überschreitet den Rubicon

Wir schreiben das Jahr 49 v. Chr.
Gaius Iulius Caesar hat (ganz) Gallien erobert. Doch in Rom stehen die Zeichen schlecht für ihn. Als er aufgefordert wird, seine gewaltige und ihm treu ergebene Armee zu entlassen, trifft er nach langem Ringen mit sich selbst eine folgenschwere Entscheidung: Er überschreitet mit seinen Truppen gegen seine Befugnis den Fluss Rubicon in Oberitalien, der die ihm als Statthalter unterstellten Provinzen nach Süden hin begrenzt, und zieht gegen seinen Widersacher Pompeius ins Feld. Es ist die Erklärung eines Bürgerkrieges, aus dem er als Sieger hervorgehen wird. „Alea iacta est!“ – „Der Würfel ist gefallen!“ (nach dem antiken Autor Sueton übrigens korrekt „Iacta alea est!“) sind die Worte, die Caesar beim Überqueren des Rubicon gesprochen haben soll.

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